So gelingt der Umstieg auf Naturkosmetik

Es gibt viele gute Gründe mehr Natur in deine Pflegeroutine zu bringen. Doch vielleicht lassen dich Bedenken zu Hautproblemen, Allergien oder fettigem Haar zögern. Deshalb soviel vorab: Naturkosmetik pflegt mindestens genauso gut wie konventionelle Produkte. Allerdings kannst du bei der Umstellung einige Fehler machen. Wir verraten dir, wie der Umstieg gelingt und worauf du achten solltest.

 

So gelingt der Umstieg auf Naturkosmetik | Five Skincare

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Ist Naturkosmetik besser als konventionelle Kosmetik?

Die Frage ist eigentlich, was du von Kosmetik erwartest. Konventionelle Produkte sind zum Teil für sehr kleines Geld zu haben oder versprechen oft tolle Sofort-Effekte. Allerdings führst du deinem Körper damit viele synthetische Inhaltsstoffe zu. Einige davon gelten als bedenklich für dich, andere belasten die Umwelt ausserordentlich – bei der Produktion und wenn du sie wieder abwäschst. Diesen Deal möchten viele nicht (mehr) eingehen und suchen nach natürlicher Pflege für Haut und Haar.

Also hättest du lieber Produkte, die nachhaltig pflegen, nähren und für eine natürliche Balance sorgen? Das erreichen natürliche Inhaltsstoffe. Da Herstellern von Naturkosmetik meist auch die Natur selbst am Herzen liegt, achten sie normalerweise bewusst auf nachhaltige Rohstoffe, fairen Handel oder lehnen sogar tierische Inhaltsstoffe ab.

☝️ Doch auch hier gilt Obacht, denn bei der Kosmetik wird gern Greenwashing betrieben. Weiter unten mehr dazu.

Häufige Bedenken vor dem Umstieg auf Naturkosmetik

Na klar, Naturkosmetik ist meist nicht ganz billig – da stecken eben hochwertige Rohstoffe drin. Und es ranken sich zahllose Mythen darum. Deshalb klären wir zunächst mal die Fragen, die viele Menschen zögern lassen.

Frage 1: Muss nicht Chemie drin sein, damit es wirkt?

Alles ist Chemie. Bei jedem Atemzug werden Stoffe chemisch umgewandelt. Das passiert auch bei Naturkosmetik. Deren Inhaltsstoffe kann die Haut sogar sehr gut verarbeiten, weil sie körpereigenen Bestandteilen ähneln. Womit deine Haut im Gegensatz dazu gar nix anfangen kann, sind Mineralöle. Die bleiben einfach nur auf ihr haften und wandern dann in den Wasserkreislauf.

Und dann gibt es noch synthetische Inhaltsstoffe, die eine bestimmte Wirkung eines natürlichen Stoffes isolieren oder intensivieren. Sie imitieren im Grunde die Natur, damit du schneller Effekte siehst. Aber schöne Haut ist ein Langzeitprojekt, das ganzheitlich betrachtet werden muss. Da gibt es keine Short-Cuts, wohl aber so etwas wie einen kosmetischen Jojo-Effekt. Nicht wenige machen sich mit ultra-intensiven Gesichtsbehandlungen – Schälkuren, hoch-dosiertes Retinol etc. – die Haut kaputt und kommen dann zurück zu natürlicher Pflege.

Frage 2: Bekommt man von Naturkosmetik trockene Haut?

An sich wirkt gerade natürliche Kosmetik diesem Hautproblem wirksam entgegen. Trotzdem kann es bei der Umstellung zu Trockenheit kommen, wenn du zu abrupt wechselst. Warum ist das so? Die Ursache trockener Haut ist eine löchrige Hautbarriere. Durch die entweicht Wasser wie durch ein Sieb. Konventionelle Kosmetik löst das Problem, indem Silikone oder Mineralöle die Haut abdichten. Das behandelt freilich nur das Symptom. Wenn du nun von einem Tag auf den anderen aufhören würdest abzudichten, entweicht erstmal mehr Feuchtigkeit.

Deshalb ist bei sehr trockener oder strukturgeschädigter Haut ein gradueller Umstieg wichtig. So kann sie sich regenerieren und lernen wieder allein klarzukommen. Dafür kümmert sich Naturkosmetik dann aber viel nachhaltiger um die Ursachen trockener Haut.

Frage 3: Enthält Naturkosmetik nicht immer Alkohol?!

Nein. Alkohol ist ein natürliches Konservierungsmittel und deshalb ein beliebter Bestandteil von Naturkosmetik. Viele meiden diesen Inhaltsstoff aber, weil er die Haut reizt. Mir persönlich geht es auch so. Ich reagiere auf Alkohol in Pflegeprodukten mit geröteten Hautstellen und empfindlicher Haut. Deshalb kann ich das absolut verstehen. Bei den FIVE Produkten verzichten wir konsequent darauf. Es gibt also auch naturkosmetische Pflegeprodukte OHNE Alkohol, denn die Natur hat noch andere Konservierungsmittel auf Lager.

☝️ Mein Tipp bei empfindlicher Haut: Achte vor allem bei Gesichtspflege darauf, dass in der Liste der Inhaltsstoffe KEIN Alcohol, Alcohol denat. oder Ethanol aufgeführt ist.  

So gelingt die Umstellung auf Naturkosmetik

Wenn du dich nun entschlossen hast natürlichere Wege zu gehen, schmeiss bitte nicht sofort alles weg! Vor allem nicht Produkte, die du eigentlich gern benutzt. Das wäre erstens nicht sehr nachhaltig. Zweitens gelingt der Umstieg oft am besten peu à peu. Die Haut benötigt Zeit für die Umstellung.

Bei der Hautpflege, kannst du ruhig deine bisherigen Produkte abwechselnd mit Naturkosmetik anwenden. Oder mische ein wenig deines neuen Gesichtsöls oder Serums mit deiner gewohnten Tagescreme. So gewöhnt sich die Haut langsam aber sicher an die neue Pflege.

Wann eine Rosskur Sinn macht

Hart aber effektiv ist der Weg über die Rosskur, wenn du deine Pflege grundlegend und schnell verändern willst. Das ist angesagt, wenn deine Haut komplett aus dem Gleichgewicht geraten ist. Also überempfindlich reagiert, vielleicht sogar auf den Kontakt mit Wasser.

Da hilft nur: ALLE Kosmetik für mehrere Wochen absetzen und dann ganz sachte mit Neuem beginnen. Die Rosskur haben viele unserer Kund*innen durchgestanden, meist nach jahrelanger Odyssee. Sie ist nicht einfach, aber wirklich der Beginn einer besseren Haut.

🚨 Deine Haut funkt SOS? Hier ist unsere ausführliche Anleitung für die Rosskur.

Wie schnell gewöhnt sich die Haut an Naturkosmetik?

In der Regel dauert die Umgewöhnung etwa einen Regenerationszyklus. Der beträgt bei junger Haut rund 4 und bei reifer Haut bis zu 6 Wochen. So lange dauert es die hauteigenen Prozesse wieder hochzufahren. Synthetische Inhaltsstoffe manipulieren diese ja sehr stark, machen die Haut hier durchlässiger, dichten dort ab. Sie ist das Arbeiten also gar nicht mehr gewöhnt. Dann kommst du mit deiner neuen Naturkosmetik daher und sie soll auf einmal wieder was tun. Wer wäre da nicht irritiert?

  • Normal sind leichte Reizungen und Pickelchen. Geht aber beides wieder weg.
  • Nicht normal sind allergische Reaktionen. Also plötzliche Schwellungen, starkes Jucken, Schwindel und ähnliches. Dann solltest du das Produkt absetzen und einen Allergietest machen. Vielleicht reagierst du auf einen bestimmten Inhaltsstoff, den du meiden musst.

📚 Lesetipp: Wie du normale Empfindlichkeit von einer Kontaktallergie unterscheidest, verrät dir dieser Blog.

Wo anfangen mit der Umstellung auf natürliche Kosmetik?

Körperreinigung und -pflege

Beginne bei Produkten, die du täglich und grossflächig anwendest. Einfach sind beispielsweise Duschgels. Da findest du sogar im Drogeriemarkt um die Ecke natürliche Alternativen, zum Beispiel feste Duschgels oder auch Stückseifen. Beide sind super nachhaltig, weil ergiebig und verpackungsarm. Ähnlich leicht ist der Wechsel von Bodylotion zu einem natürlichen Körperöl. Das fühlt sich gleich richtig gut an und ist sehr verträglich.

🌴 Palmöl und die Nachhaltigkeit: Palmöl wird gern verseift, weil es einen tollen Schaum gibt. Nur hat der Stoff auch Kritiker – Stichwort Monokulturen und so. Leider ist die No. 1 Alternative Kokosöl nicht wirklich besser, da der Ertrag kleiner ausfällt und die Plantagen ebenso Monokulturen sind. Solltest du diese zwei meiden wollen, mach einen Bogen um Sodium Palmate und Sodium Cocoate. Es gibt auch Hersteller, die auf beides verzichten, so wie Terrorists of Beauty.

Naturkosmetisches Deo

Auch bei den Deodorants gibt es sehr wirkungsvolle Alternativen. Den Geruch dämmen sie zum Teil sogar stärker ein als konventionelle Deos. Nur als Anti-Transpirant, also um das Schwitzen an sich zu verhindern, gibt es sie noch nicht, denn dazu benötigt es nach wie vor Aluminium.

Am besten wirken erfahrungsgemäss natürliche Deos mit Natron. Unsere Favoriten sind die Produkte von Fine oder Niyok. Teste dich einfach etwas durch.

Natürlich schönes Make-up

Wow, in der dekorativen Kosmetik hat sich wirklich viel getan in den letzten Jahren. Es gibt wunderbare Produkte, mit denen du bei der Farbintensität, Anwendung, Haltbarkeit und und und keine Kompromisse machen musst. Der Umstieg macht auf jeden Fall Sinn bei Lippenprodukten – die schlecken wir uns ganz schön oft ab, ohne es zu merken.

☝️ Tipp: Die FIVE Shea Cream eignet sich hervorragend als Lippen-Balsam und steckt voller natürlicher, grösstenteils biologischer Inhaltsstoffe. Zur FIVE Shea Cream!

Ausserdem genial: natürliche Foundation. Da lautet meine Empfehlung Mineral-Make-up. Einfach in Puderform ganz ohne Schnick-Schnack. Was dabei zu beachten ist, haben wir schon mal in unserem Blogbeitrag zu Mineral-Make-up erläutert.

Naturkosmetische Zahnpasta

Hast du gewusst, dass in den allermeisten herkömmlichen Zahncremes Plastik enthalten ist? Und die landen immerhin zweimal täglich direkt im Mund. Mit Naturkosmetik ist Schluss damit. Sie nutzt ganz natürliche Schmiergelpartikel für Reinigung und Zahnweiss. Einfach mal ausprobieren!  

Der Umstieg auf naturkosmetische Haarpflege

«Naturkosmetik-Shampoo macht fettige Haare», lautet ein Einwand, den wir oft hören und lesen. Auch das trifft so nicht zu. Was naturkosmetische Shampoos anders machen:

  1. Sie verwenden mildere, natürliche Tenside zur Reinigung. Die schäumen mitunter weniger, was schon subjektiv das Gefühl geben kann: «Das reinigt ja gar nicht richtig.» Lass dich davon nicht beirren, auch milde Shampoos reinigen das Haar!
  2. Sie sparen sich Silikone. Die verwenden herkömmliche Produkte für mehr Glanz und Gloria. Für ähnliche Effekte nutzt Naturkosmetik Pflanzenöle. Die können ihre Wirkung aber erst so richtig entfalten, wenn du das ganze Silikon herausgewaschen hast. Das dauert mehrere Wochen.

Du ahnst es schon: Wieder ist die Krux der Umstieg. Nur musst du da bei den Haaren einfach durch. Produkte schrittweise zu ersetzen oder zu mischen, macht hier leider keinen Sinn. Durchhalten ist angesagt. Und nebenbei bemerkt: Viele wechseln ohne grössere Vorkommnisse von Synthetik auf Natur. Da kommt es auch auf die Beschaffenheit der Haare an.

☝️ Tipp: Probiere ruhig mehrere Produkte aus (nacheinander natürlich). Das Shampoo soll man ohnehin regelmässig wechseln. Und das Angebot naturkosmetischer Haarpflegeserien ist mittlerweile riesig, inklusive Haarseifen und Shampoo Bars. Für jeden Haartyp gibt es etwas Passendes.

Bloss nicht: auf Greenwashing hereinfallen

«Enthält Arganöl», «Pflegt mit Fruchtextrakten» und ähnliches lesen wir oft bei konventionellen Herstellern. Denn auch die wissen, dass sich Pflanzen-Power gut verkauft. Deshalb ist bei Pflegeprodukten die Gefahr von Greenwashing sehr gross. Selbst Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Aussagekräftig sind hingegen Siegel. Informiere dich, welche Siegel was aussagen – oft gehen sie nicht so weit, wie du das vielleicht erwartest.

Viele kleinere Marken, FIVE eingeschlossen, strotzen nicht gerade vor Siegeln, obwohl sie die Auflagen erfüllen oder sogar noch strenger sind. Denn Siegel sind einfach ein enormer Kostenpunkt, der oftmals (noch) nicht gestemmt werden kann. Deshalb leisten wir bei FIVE uns zum Beispiel aktuell «nur» die Veganblume. Was vielen nicht klar ist: Die bedeutet weit mehr, als den Verzicht auf tierische Inhaltsstoffe. Deshalb auch hilfreich: Wähle Marken bewusst aus. Besuch ihre Website und lies dich in die Philosophie ein.

 

Ein Wort zu veganer Kosmetik: Naturkosmetik ist nicht automatisch vegan. Vor allem Stückseifen enthalten oft tierische Bestandteile. Wenn du etwas Veganes suchst, achte auf die Veganblume. Die ziert übrigens auch die FIVE Produkte.

Nachhaltig verpackt für die Umwelt

Beim Umweltbewusstsein kommt es nicht nur auf die inneren Werte an. Als Faustregel gilt: Je weniger Verpackung desto besser für die Umwelt. Mitunter bekommst du kleine Flakons mit viel Karton drum herum oder schwere Tiegel, die grösser aussehen, als sie sind. Werfe deshalb immer einen Blick auf die Mengenangabe. Denk auch daran, dass konzentrierte Produkte und solche ohne Wasser ergiebiger sind als beispielsweise eine zweiphasige Creme (Öl + Wasser in einem).

💡 Die FIVE Produkte kommen alle OHNE Umverpackung aus und sind in Glasflakons gefüllt. Die werden nicht weit weg in Bayern produziert. Produkt leer? Dann kannst du sie einfach ausspülen und umnutzen – hier ein paar Ideen fürs Upcycling.

Viel Erfolg beim Umstieg!
Deine Anna

Our Natural Cosmetics

"No cream should have more ingredients than you can count on one hand."

Anna Pfeiffer