Hautprobleme: So bekommst du sie in den Griff

Die Haut ist das grösste Organ des menschlichen Körpers und nicht umsonst wird sie auch der «Spiegel der Seele» genannt. Denn ihr Zustand lässt Rückschlüsse auf unser allgemeines körperliches Wohlbefinden zu, innerlich wie äusserlich. Hautprobleme sind eines der sichtbaren Zeiten dafür, dass sich unser Körper über etwas beschwert und nicht mit sich im Reinen ist. Wir fühlen uns sprichwörtlich unwohl in unserer Haut. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Erfahre hier, wie Hautprobleme entstehen, was du dagegen tun kannst und wie du ihnen in Zukunft vorbeugst.

 

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Unsere Haut kommuniziert mit uns

Und zwar ständig. Dieser Umstand spiegelt sich auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch wider. So werden wir beispielsweise blass vor Neid und rot vor Wut oder Scham. Wir bekommen Gänsehaut, wenn wir Angst haben oder wenn es uns ekelt. Wenn uns etwas ärgert, würden wir gerne am liebsten aus der Haut fahren. Und manchmal begegnen wir jemandem, in dessen Haut wir nun wirklich nicht stecken möchten. Unsere Sprache ist voll von solchen Metaphern, die auf einen Zusammenhang zwischen der Haut und unseren Emotionen anspielen. Doch natürlich sind nicht alle Hautprobleme auf emotionale Faktoren zurückzuführen.

Welche Arten von Hautproblemen gibt es?

Bevor wir uns anschauen, welche Ursachen Hautproblemen zu Grunde liegen, sollten wir zunächst Folgendes klären: Was meinen wir eigentlich, wenn von Hautproblemen die Rede ist? Die Bandbreite an möglichen Beschwerden ist gross und reicht von eher harmlosen Symptomen bis hin zu ernsthaften Krankheiten. Sehr häufig treten Hautprobleme in Form von Hautausschlägen auf oder machen sich durch Unreinheiten, Pickel und Mitesser bemerkbar.

Zu den geläufigsten Hautkrankheiten zählen Akne (Erkrankungen des Talgdrüsenapparates), Neurodermitis (chronisch entzündete Haut), Periorale Dermatitis (entzündlicher Hautausschlag meistens um den Mund) und Rosacea (chronisch entzündliche Gesichtsrötung). Wenn du dir unschlüssig bist, wo deine Hautprobleme herrühren, solltest du dir Meinungen von Dermatolog:innen einholen, um auf Nummer sicher zu gehen. Leider sind Hautkrankheiten oft nicht leicht zu diagnostizieren und es kann einige Zeit dauern, bis der Auslöser gefunden ist.

👆 Wer einen ganzheitlichen Therapieansatz bevorzugt, kann nach der schulmedizinischen Begutachtung ausserdem Naturheilpraktiker:innen hinzuziehen, um alternative Heilmethoden in den Genesungsprozess zu integrieren.

Mach dich mit deiner Haut vertraut

Der erste Schritt, um Hautprobleme dauerhaft zu beheben ist, deine Haut richtig gut kennen zu lernen. Soll heissen: herauszufinden, welcher Hauttyp du bist und in welchem Zustand sich deine Haut aktuell befindet. Nur mit dem entsprechenden Wissen über die eigene Haut lassen sich deren Probleme verstehen und lösen.

Die vier Hauttypen

Generell unterscheiden wir zwischen vier verschiedenen Hauttypen mit folgenden Merkmalen:

  • Normale Haut: Pflegeleicht und feinporig
  • Mischhaut: Fettige T-Zone und trockene Wangen
  • Fettige Haut: Glänzend und grobporig
  • Trockene Haut: Gespannt, gerötet, juckende Stellen

Schliesslich gibt es noch die empfindliche und die feuchtigkeitsarme Haut. Dies sind keine eigenen Hauttypen, sondern vielmehr Hautzustände, die temporär infolge unterschiedlicher Reize auftreten. Jeder Hauttyp verlangt nach einer individuellen Pflege, um optimal versorgt zu sein. Deine Haut auf die oben genannten Faktoren hin zu analysieren und sie einem der vier Typen zuzuordnen ist daher schon die halbe Miete, um Hautproblemen den Kampf anzusagen. Mit der Abstimmung deiner täglichen Pflegeroutine auf die speziellen Bedürfnisse deines Hauttyps reduzierst du Überreaktionen und beugst diesen vor.

Eine Hautberatung verschafft Aufklärung

Du bist dir unsicher, wie deine Haut beschaffen ist und welche Pflege für dich am besten geeignet ist? Lass es uns in unserer kostenlosen Hautberatung gemeinsam herausfinden! Schreibe uns deine Fragen per E-Mail und wir helfen dir dabei, individuell das richtige Mittel gegen deine Hautprobleme zu finden.

Dafür bestimmen wir deinen Hauttyp, werfen einen Blick auf deine Pflegeroutine und suchen gegebenenfalls Alternativen. So wirst du zum Kenner deiner Haut und lernst zu verstehen, wann sie sich beschwert und wie du darauf reagieren kannst.

👆 Eine Hautberatung ersetzt kein Arztgespräch. Bei anhaltenden Hautproblemen ist eine ärztliche Zweitmeinung sinnvoll.

Was verursacht Hautprobleme?

Eine wichtige Rolle spielt unsere genetische Disposition, womit wir wieder bei den verschiedenen Hauttypen wären. Dieser bestimmt, wie viel Talg die Drüsen produzieren und wie gut die Haut Feuchtigkeit speichert. Jeder Hauttyp hat so seine Macken (auser der normale) und bringt die jeweiligen Probleme mit sich.  

Unser Haut beschwert sich aber auch, genau so wie wir, wenn sie gestresst ist. Auslöser für Stress können einerseits innere (endogene) Einflussfaktoren wie psychisch-emotionale Überlastung oder hormonelle Umstellungen (Periode, Schwangerschaft, Wechseljahre) sein. Mögliche äussere (exogene) Auslöser sind unter anderem Kälte-Hitzeschwankungen, Wind, UV-Strahlung, Alkohol, Rauchen, Ernährungsweise, Schlafmangel oder eine falsche Hautpflege.

👆 Dauerhafter Stress ist Gift für die Haut. Er führt zu Austrocknung, beschleunigt die Hautalterung, vermindert die Wundheilung und kann Pickel und Juckreiz verursachen.

Hautprobleme durch Maske

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben Mundschutzmasken Einzug in unseren Alltag gehalten. Ob FFP2-Maske, chirurgische Einweg-Maske oder eine Maske aus Stoff: Wer oft und über längere Zeit einen Mundschutz tragen muss, neigt zu Hautproblemen.

Verursacher ist ein feuchtes Mikroklima, das im Innern der Maske entsteht und das Wachstum von Bakterien begünstigt und gleichzeitig die schützende Hautbarriere schwächt. Die Folge: Pickel spriesen nur so. Daher solltest du zunächst dazu übergehen, Pflegeprodukte unter der Maske nur sehr sparsam zu verwenden oder im besten Fall ganz darauf verzichten, denn sie sind weniger wirksam und erhöhen die Hautfeuchte zusätzlich.

Nach dem Absetzen der Maske kannst du die Gesichtshaut gründlich reinigen und pflegen. Darüber hinaus freut sich deine Haut über ein paar zusätzliche Streicheleinheiten:

  • Bei fettiger und unreiner Haut: Beträufele ein waschbares Wattepad mit (Gesichts-) Wasser und ein paar Tropfen Kamillosan und tupfe dir damit behutsam das Gesicht ab.
  • Bei trockener und unreiner Haut: Nimm einen Teebeutel mit Schwarztee aus biologischem Anbau, übergiesse ihn mit ein wenig warmem Wasser und tupfe damit behutsam deine Gesichtshaut ab.

Was tun bei Hautproblemen?

Eines sei gleich vorweg gesagt: Ein Allheilmittel gegen Hautprobleme gibt es nicht. Denn jeder Mensch ist anders und das gilt auch für seine Haut. Das macht das Thema so komplex, da wir nicht automatisch von einem Menschen auf einen anderen schliessen können. Was dem Einen hilft, muss nicht zwangsläufig gut für alle sein, sondern kann im zweifelsfalls sogar die gegenteilige Wirkung haben.

Jetzt aber die gute Nachricht: Die meisten Hautprobleme lassen sich beheben oder zumindest lindern. Individuell und von Fall zu Fall auf unterschiedliche Art und Weise, versteht sich. Das erfordert ein wenig Zeit und Geduld, da sich einige der genannten Stressoren leichter vermeiden lassen als andere, aber es lohnt sich!

Dos

Hautprobleme ganzheitlich angehen

Wie wir jetzt bereits wissen, sind Haut und Psyche eng miteinander verbunden. Und wir wissen auch, dass sich der «Spiegel der Seele» in diesem Fall nicht einfach mit ein bisschen Glasreiniger wieder auf Hochglanz polieren lässt. Das bedeutet: Hautpflege kann nur unterstützend wirken, wird die Ursachen für deine Hautprobleme aber nicht beseitigen können. Unser Ansatz, damit du dich endlich wieder wohl in deiner Haut fühlst, lautet daher: Pack das Problem an der Wurzel an. Hör in dich hinein, spüre Stressquellen auf und überlege, wie du sie reduzieren kannst.

Führe ein Haut-Tagebuch

Wenn du deine Haut über einen längeren Zeitraum unter die Lupe nimmst, ist es sinnvoll, deine Beobachtungen schriftlich festzuhalten. So erkennst du sich wiederholende Muster und es hilft dir, ein besseres Gefühl für deine Haut zu entwickeln, zu verstehen, wie sie tickt. Auf diese Weise kannst du im Laufe der Zeit herausfinden, auf welche Stressoren deine Haut reagiert und diese in Zukunft bestmöglich vermeiden.

Notiere dir dafür täglich Stichpunkte zu folgenden Fragen:

  • Was ist der aktuelle Zustand meiner Haut? (z. B. fettig, trocken, unrein, gerötet etc.)
  • Wann und womit habe ich meine Haut gepflegt?
  • Welche äusseren oder inneren Faktoren könnten meine Haut beeinflusst haben? (z.B. Sonne, Kälte, Ernährung, Schlafmangel, Periode, Stress etc.)

Don'ts

Überfordere deine Haut nicht

Um Hautproblemen an den Kragen zu gehen, gilt wie so oft im Leben das Motto «weniger ist mehr». Zu viel Pflege kann deine Haut schnell überfordern und somit sogar zum Auslöser von Hautproblemen werden. Eine Überpflegung kann sich durch unruhige und gereizte Haut, Rötungen und vereinzelte Unreinheiten äussern. Es fühlt sich so an, als ob du ihr nichts mehr recht machen kannst. In diesem Fall ist eine sogenannte Nulltherapie – wir nennen sie auch gerne Rosskur – angesagt. Das bedeutet: Finger weg von allen Cremes, Ölen, Schminke und Co. für mindestens drei Tage bei leichten Hautproblemen.

Bei einer perioralen Dermatitis, die ebenfalls durch eine Überpflege ausgelöst wird, muss die Nulltherapie allerdings deutlich länger durchgehalten werden, nämlich bis zur vollständigen Abheilung, was ein paar Wochen dauern kann. So kommt die überpflegte Haut wieder ins Gleichgewicht und lernt, sich eigenständig zu reparieren.

Nicht ständig die Produkte wechseln

Die Zeit alleine heilt aber nicht alle Wunden. Wichtig ist eine optimale Pflege, angepasst an die speziellen Bedürfnisse deiner Haut. Dabei gilt: Ändere nicht zu schnell von einem Pflegeprodukt zu einem anderen, wenn sich nicht unmittelbar die gewünschte Wirkung einstellt. Deine Haut muss sich zuerst an die neuen Gegebenheiten gewöhnen. Bei Naturkosmetik kann es sogar zu einer leichten Verschlimmerung kommen, da die natürlichen Inhaltsstoffe die Haut anfangs mehr fordern als synthetische Stoffe.

Auf lange Sicht unterstützen sie aber deine Haut dabei, sich selbst zu regenerieren. Ein Regenerationszyklus dauert ungefähr sechs Wochen und so lange solltest du deiner Haut Zeit geben, um sich mit der neuen Pflege anzufreunden. Zeigt deine Haut Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Rötungen, Reizungen, Jucken und Pusteln, ist hingegen Vorsicht geboten und du solltest das Produkt absetzen.

📖 Lesetipp: Welche Prozesse genau bei der Hauterneuerung ablaufen und was das mit der Gewöhnung an neue Pflegeprodukte zu tun hat, kannst du hier nachlesen: Hauterneuerung: Wie schnell gewöhnt sich deine Haut an neue Pflege?

Setz dich nicht unter Druck

Ganz klar: Du möchtest deine Hautprobleme so schnell wie möglich in den Griff bekommen. Und das ist mehr als verständlich. Versuche trotzdem, nicht zu streng mit dir und deiner Haut ins Gericht zu gehen (Ja, wir wissen, das ist leichter gesagt als getan!) Jeder Heilungsprozess dauert seine Zeit. Zu hohe Erwartungen und Ungeduld bedeuten nur zu noch mehr Stress für deine Haut und zögern die Regeneration hinaus. Das Zauberwort heisst daher «Geduld». Gib dir und deiner Haut die Zeit, die sie benötigt, um sich zu erholen.

Unsere Naturkosmetik

«Keine Creme sollte mehr Inhaltsstoffe haben, als du an einer Hand abzählen kannst.»

Anna Pfeiffer